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„Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.“ wussten schon unsere Großmütter. Das Gegenteil davon wird – etwas abfällig – „Aufschieberitis“ genannt, besonders von denen, die eher zu Omas Prinzip neigen. Beide Strategien haben durchaus ihre Vorteile und ihre Berechtigung. So oder so – am Ende belohnt uns das befriedigende Gefühl etwas geschafft zu haben.

 

Anpacken oder Aufschieben?

Ich kenne beides ganz gut. Oft gibt es mir einen richtigen Frische-Kick, wenn ich Sachen ruck-zuck erledige. Anderes trage ich eine ganze Zeit mit mir herum, schiebe es vor mir her oder auch mal zur Seite. Das hat auch oft seinen Sinn: Entweder die Angelegenheit ist einfach noch nicht so weit, oder ich bin es noch nicht. Aber irgendwann spüre ich den starken Impuls „Jetzt!“ Und dann duldet die Sache keinen Aufschub mehr. Ob es um den Haarschnitt geht, ein Seminarkonzept oder die Balkonpflanzen. Die Zeit ist reif.

 

Anregungen Aufnehmen

So ging es mir auch mit meiner Homepage. Sie war in die Jahre gekommen, noch gut brauchbar, aber ich freute mich nicht mehr, wenn ich sie aufrief. Daraus formte sich die erst einmal vage Absicht sie aufzupolieren. Und auf einmal kreuzten die interessantesten Infos und Workshops zum Texten, zu Bildern, zu Gestaltung meinen Weg. Genauer gesagt, auf einmal nahm ich sie zur Kenntnis. Und nahm sie wahr.
Aus den vielen Anregungen und Ideen wurden konkrete Zielsetzungen und Aufgaben. So kam mein Anliegen meine Homepage zu modernisieren nach und nach in Fluss. Es war spannend und anregend daran zu arbeiten, und ich freute mich auf das Ergebnis.

 

Anfangen und darin Aufgehen

Es gab sehr viel mehr zu tun als auf den ersten Blick gedacht, und vor allem brauchte ich viel mehr Zeit dafür als ich geglaubt hatte. So ist es doch bei den meisten Projekten, auf die wir uns einlassen, oder? Aber ich habe so viel dazu gelernt. Ich tauchte ein in die Herausforderungen. Habe einmal mehr meine Inhalte und Aussagen intensiv durchdrungen. Habe neu kombiniert, verworfen, manches gelöst und anderes aufgenommen. Habe neue Tools kennen und anwenden gelernt. Habe mir Hilfe geholt, wo ich alleine nicht effizient war. Habe geduldig gefeilt, bis es für mich wohlgeformt war. Nicht perfekt, aber stimmig.

 

Aufhören

Schon Goethe wusste: „Man muss ein Werk auch für beendet erklären.“ Sonst nimmt die Begeisterung, die Frische wieder ab und wir werden verbissen. Im endlosen Streben nach Perfektion geht die Freude daran, an einer lohnenden „Baustelle“ zu arbeiten, verloren. Und oft wird dabei nicht weiter verbessert, sondern Originelles, Ungewöhnliches, wirklich Kreatives glattgebügelt.

Viele Projekte sind ohnehin nicht für alle Zeiten fertig, sei es die Homepage, die Wohnung oder das Konzept. Irgendwann geht es wieder los. Wenn die Zeit reif ist dafür und das innere „Jetzt“ kommt.