Anderen helfen oder sie stark machen?

Anderen helfen oder sie stark machen? Wer sich nicht selbst helfen kann, dem muss geholfen werden! Ein durchaus ehrenwertes Prinzip! Und es funktioniert auch oft. Wer entsprechende Signale sendet, findet oft jemanden, der in die Bresche springt. Der die Kastanien aus dem Feuer holt. Der die Dinge erledigt oder zu Ende bringt, zu denen man sich nicht in der Lage fühlt. Aber hilft das auf lange Sicht wirklich weiter? Oder bestätigt es nicht auch die Opferrolle, das Gefühl, ich kann ja nicht? …

… Es gibt ja andererseits richtige Stehauf-Menschen. Vielleicht zählen Sie sich sogar selbst dazu. Diese lebenstüchtigen Menschen, die innere Stärke haben, egal was ihnen widerfährt. Nur sind die meistens stark geworden, weil sie in manchen Situationen über sich hinausgewachsen sind.
Diese resilienten Menschen sind häufig diejenigen, die andere stützen, und sie werden auch viel in Anspruch genommen. Das neue Projekt, das sich keiner so recht anzupacken traut, die ehrenamtliche Vorstandsarbeit, eine schwierige Lage managen – man traut ihnen viel zu und verlässt sich auf sie. Zu Recht!
Da stellt sich natürlich die Frage, ob andere nicht von ihnen lernen können. Beziehungsweise: Oft meinen sie es gut und möchten anderen auf die Sprünge helfen zu mehr Selbstverantwortung und Widerstandskraft.

Doch da liegt auch schon der Hase im Pfeffer: Je zuverlässiger ich nämlich eine Stütze zur Verfügung habe, umso weniger besteht die Notwendigkeit mich selber stark zu machen.
Resilienz ist ja ein Bündel von Strategien, wie man gut mit Krisen umgehen kann. Die Eigenschaften und Fähigkeiten, die man dazu braucht, werden persönlich und individuell erworben, also gelernt.
Ja: Dieses Lernen kann von der Umgebung gefördert werden. Aber es kann auch sehr schnell behindert oder unterlaufen werden.

Wie Sie zur Resilienz anderer Menschen beitragen können, und welche Fallen es dabei zu vermeiden gilt,

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