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Resilienz und Aloha Spirit

Im „Aloha State“ Hawai’i findet man nicht nur märchenhafte Strände, wohltuendes Klima, überwältigende Natur, exotische Früchte in Fülle und Leichtigkeit des Seins. Spätestens durch die erste Resilienzstudie auf der Insel Kauai in den fünfziger Jahren wurde weithin bekannt, dass es unter den Einheimischen auch zerbrochene Familien, anhaltende Armut und Arbeitslosigkeit, fehlende Zukunftsperspektiven und Drogenabhängigkeit gibt. Und doch, wenn man den Menschen dort begegnet, ihre Kultur und die Natur erlebt, erfährt man auf Schritt und Tritt den berühmten „Aloha Spirit“. Die Menschen begegnen einander mit Lebensfreude, Freundlichkeit und Wertschätzung. Schon mehrfach durfte ich für einige Wochen diese ganz besondere, allgegenwärtige Energie von Herzlichkeit und Entgegenkommen erfahren – ob im Supermarkt oder im Straßenverkehr, im Ort oder am Strand, im Konzert oder in der Kirche. Umgeben von heiterer Gelassenheit und Lebensfreude und genährt mit Freundlichkeit und Liebe öffnete sich mein Herz wie von selbst immer weiter.

 

Die Bedeutung von Aloha Spirit

Aloha ist nicht nur ein Gruß, Aloha drückt ein Lebensgefühl und eine Lebenseinstellung aus. Hawaiianer erklären es mit „den (Lebens-) Atem teilen“ oder „die Essenz“ teilen. Aloha zu begegnen bedeutet sich ganz und gar angenommen zu fühlen und Liebe zu erfahren. Mit Aloha vergegenwärtigen sich die Hawaiianer das Licht in uns allen, den Ausdruck unseres wahren Wesens. Der Aloha Spirit stellt also eine Verbindung her zwischen dem Selbst, den Menschen und der Göttlichkeit, der Quelle, aus der wir alle stammen.

 

Aloha – Liebe zu mir selbst

Aloha leben bedeutet eine innere Verpflichtung mich selbst zu lieben und zu achten, mit allem was mich ausmacht, und mit allen Lebewesen in Harmonie zu sein. Mit der Haltung von Aloha ist Selbstliebe ganz natürlich, eine Grundvoraussetzung um anderen in diesem Geist zu begegnen. Nicht zu verwechseln mit Egoismus oder Egozentrik bezieht sich Selbstliebe auf unser inneres Selbst, auf das, was uns im Wesen ausmacht. Ist unser Selbst schwach, dann plustern wir unser Ego auf und versuchen etwas darzustellen, was uns in den Augen anderer Wert verleiht. Sind wir aber zutiefst von unserem Selbstwert überzeugt, brauchen wir keine äußere Fassade. Wir suchen die Erfüllung unserer Bedürfnisse wie Anerkennung, Wertschätzung, Sicherheit, Selbstbestimmung nicht mehr im Außen, also von anderen, sondern geben sie uns selbst in dem tiefen Wissen, dass wir all das verdient haben. Wenn wir uns selbst lieben, empfinden und zeigen wir Dankbarkeit für das, was uns von anderen entgegengebracht und geschenkt wird. Doch wir sind nicht davon abhängig und schleppen keine unausgesprochenen Forderungen mit uns herum.

 

Aloha – Liebe zu Menschen

„Immer helfen, nie verletzen.“ ist ein Prinzip der hawaiianischen Lebensphilosophie. Auf dem Fundament einer tiefen Selbstliebe begegnen sie anderen Menschen mit Aufmerksamkeit, Verständnis und Hilfsbereitschaft. Dabei geht es nicht um falsch verstandene aufopfernde Nächstenliebe, die sich selbst aufgibt, aber anderen Hilfe überstülpt, um sich selber wertvoll zu fühlen. Es geht darum aus freien Stücken zu geben ohne dafür etwas zu erwarten. Wenn dann – ebenso freiwillig – etwas zurückkommt, nährt das wieder die eigene Seele. Die Erfahrung von „Give Aloha, and you will get Aloha“ versetzt Menschen in einen Zustand größter Bereitwilligkeit anderen zu helfen, wo es in ihrer Macht steht. Sharing ist ein weit verbreitetes Prinzip, eine Selbstverständlichkeit. Hawaiianer teilen von Herzen aus einer Haltung von Großzügigkeit und Friedfertigkeit.

 

Aloha – Liebe zur Natur

Die Menschen in Hawai’i haben nicht nur tiefen Respekt vor der Natur, sie betrachten sie als lebendig und als ein großes Geschenk. Angesichts des Schildes „Enjoy your day in Paradise!“ sagte ich begeistert: „Ja, es ist hier wie im Paradies!“ Doch ein Hawaiianer machte mich aufmerksam, dass wir tatsächlich im Paradies sind. Die Erde ist der einzige Ort im Universum, von dem wir wissen, dass Menschen dort leben können. Hier auf der Erde finden wir mit den Elementen und der Natur alles an Voraussetzungen, was Menschen zum Leben brauchen. Es liegt nur an uns, diesen Schätzen mit Respekt und Dankbarkeit zu begegnen und die Ressourcen gerecht zu teilen.

 

Aloha Spirit und Resilienz

Hawai’i  hat der Welt etwas zu geben, finden einige Kahunas (Experten, Weisen, Heiler), und teilen ihr Wissen und ihre Weisheiten mit.

Neben dem Motiv zu den Ursprüngen der Resilienzforschung zu kommen hat mich mein Interesse an hawaiianischer Spiritualität und Lebensphilosophie nach Kauai, Oahu, Maui und Big Island gebracht. Die Begegnungen und Erlebnisse mit vielen beeindruckenden Menschen haben mir die Erkenntnis beschert, dass die innere Haltung des Aloha Spirit ein Turbo für die individuelle  Resilienz ist: auch unter ungünstigen Umständen vom eigenen inneren Licht überzeugt sein, sich selbst treu bleiben, mit anderen freundlich und versöhnlich umgehen und der Umwelt Respekt und Dankbarkeit entgegenbringen – besser lässt sich die Voraussetzung und das Wesen individueller Resilienz kaum beschreiben.

Vertrauen in das eigene Gefühl macht locker und entspannt

Es hat sich herumgesprochen: Seinem biologischen Erbe entsprechend soll der Mensch mindestens 10.000 Schritte am Tag tun, auf dass es ihm wohlergehe und er lange lebt auf Erden. Nun lässt sich kaum bezweifeln, dass es eine gute Idee ist sich täglich zu bewegen. Aber spüren wir auch noch, was uns gut tut?

Woher weiß die App, was gut für mich ist?

Vielleicht wird die 10.000 Schritte-Vorgabe aber auch deshalb so intensiv verbreitet, weil Fitness-Tracker entwickelt wurden, mit denen sich das genau messen lässt. So wie unzählige solcher Geräte und Apps angeboten werden, die uns – im Namen der Gesundheit – auf Spur bringen sollen. Du kannst dich von deinem Smartphone daran erinnern lassen, regelmäßig ein Glas Wasser zu trinken. Es gibt Programme, die regelmäßig für eine bestimmte Zeit den Bildschirm überschreiben, damit die User eine Pause einlegen.

Einerseits sind das nette Spielereien oder auch nützliche Hilfsmittel. Andererseits entfernen sie uns von einer natürlichen Wahrnehmung unserer selbst.

Wie tanken wir wirklich auf?

Wozu sind Apps und Tracker gut? Wir setzen sie ein als Mittel gegen unsere Ausreden. Wir wollen uns mit ihrer Hilfe selber austricksen. Wir fassen den vernünftigen Vorsatz zweimal die Woche um den See zu laufen. Im Kopf haben wir das klar, aber Lust haben wir dann doch nicht dazu. So trödeln wir herum, bis es zu dunkel ist, zu kalt oder zu warm, bis wir erst mal was essen müssen, oder der nächste Termin wartet. Dann fühlen wir uns frustriert, hadern schimpfen, jammern mit uns selbst. Hätte die App uns Beine gemacht? Der Fitness-Tracker uns voll motiviert?

Oder verstärken sie letztlich nur den Druck, der unseren Alltag durchzieht? Alles richtig zu machen, vernünftig zu sein, sich nichts vorwerfen zu lassen. Wie, wenn das „schlechte Gefühl“ gar nicht daher kommt, dass wir nicht um den See gelaufen sind, sondern dass wir nicht wirklich etwas für unser Wohlgefühl getan haben? Ist es ein verwegener Gedanke, dass wir uns pudelwohl fühlen würden, wenn wir stattdessen gespielt hätten, mit einer Freundin gemütlich im Café gesessen hätten oder in die Sauna gegangen wären? All das haben wir uns aber nicht erlaubt, weil wir uns aufoktroyiert hatten, um den See zu laufen.

Ständige Optimierung erschöpft unsere Reserven

Vorsätze, die unserem Wohlfühlen dienen sollen, die wir immer wieder selber boykottieren, kommen eben in der Regel nicht aus uns selbst. Wenn ich weiß, was mir guttut und Freude macht, dann mache ich das doch einfach, sobald ich die Gelegenheit dazu habe. Dazu braucht es keine Überwindung, keine App und keinen Tracker. Es nur zu wissen reicht allerdings nicht aus, ich muss es mir auch erlauben. Und diese Erlaubnis wird häufig verhindert durch die weit verbreiteten Tendenzen zur Selbstoptimierung. Wir lassen uns einreden, dass wir so, wie wir sind, nicht in Ordnung sind oder zumindest nicht ausreichen. Da ist noch Luft nach oben. Es geht immer noch mehr: sich gesünder ernähren, fitter sein, besser aussehen, die Kinder optimal fördern, im Beruf weiterkommen ….

Das stimmt ja auch, meist geht noch mehr. Die Frage ist nur, ob wir dann tatsächlich glücklicher wären. Denn „mehr“ ist ja nie zu Ende, wann ist es genug? Und die noch entscheidendere Frage, ob wir nicht zuerst zufrieden und glücklich sein können – und aus dieser Verfassung heraus vielleicht einfach Lust haben um den See zu laufen, uns gut zu ernähren, uns weiterzubilden, mit den Kindern etwas zu unternehmen. Aus eigenem Antrieb. Weil wir zufrieden sind mit uns und unserem Leben, nicht, um es erst zu werden.
Wenn wir mit uns selbst im Reinen sind und auf uns achten, entdecken wir viel leichter, was unsere wirklichen und ureigenen Bedürfnisse sind. Und erlauben uns entspannter ihnen nachzugehen.

Wie wir unser Selbstvertrauen stärken

Es kann Spaß machen sich zu messen und sich Ziele zu setzen, auch Apps und Tracker dafür zu nutzen. Sie sind Hilfsmittel, die uns Informationen geben. Nur sollten wir uns nicht von ihnen steuern lassen, sondern erst einmal unserem eigenen Gefühl für unseren Körper, unsere Seele und unseren Geist trauen. Dieses Selbstvertrauen können wir stärken, indem wir immer wieder wahrnehmen, was uns wirklich Entspannung, Gelassenheit und Freude bereitet. Und indem wir dem unbeeindruckt vom Zeitgeist, von Erwartungen anderer, von gerade angesagten Tendenzen nachgehen.

Ich probiere es jetzt erst mal im Urlaub aus. Schlafen, wenn ich müde bin, essen, wenn ich hungrig bin, aufräumen, wenn mir nach Ordnung ist, mich bewegen, wenn’s meine Lebensfreude hebt. Ohne App, ohne Tracker, ohne (innere) To-Do-Liste, nur nach dem eigenen Gefühl. Darauf will ich mich verlassen können.

Innere Stärke macht fit gegenüber dem Mainstream

Bin ich stark, wenn ich meine eigenen Vorstellungen durchsetze? Oder werde ich als zickig oder bockig heruntergeputzt, wenn ich nicht mitmache? Was macht glücklicher, sich anpassen oder sein eigenes Ding durchziehen?

  • In der Clique von Sandra ist Freitagnachmittag immer Joggen angesagt, um das Wochenende einzuläuten. Gemeinsam laufen oder walken, schauen wer schneller ist, hinterher noch kurz was trinken und dann das Gefühl, man hat das Wochenende toll begonnen. Sandra macht auch mit. Meistens. Viel lieber legt sie sich mit einem Cappuccino und einem Buch in den Liegestuhl – schon der Gedanke daran gibt ihr das Gefühl von Freizeit, Freiheit, Erholung.
  • Hannes ist mit einigen Elternpaaren aus der Kita befreundet. Engagement in der Kita wird vorausgesetzt, die Kinder sollen die bestmöglichen Voraussetzungen für ihre Entwicklung bekommen. Was sie verbindet, sind Vorstellungen von korrektem Verhalten. Vegetarische Ernährung ist zurzeit eine davon, Tendenz: vegan. Die es schaffen ihren Kindern das schmackhaft zu machen, sind die noch besseren Eltern. Hannes isst gerne Schnitzel, Bratwurst, Schinkenbrötchen. Inzwischen nur noch heimlich.
  • Lisa ist viel und gern mit ihren drei Freundinnen zusammen. Sie mag es eigentlich bequem. In Jeans und Turnschuhen fühlt sie sich am wohlsten und es ist ihr völlig egal, von welchem Designer die stammen. Die Mädels sind immer wie aus dem Ei gepellt, Schminken und Frisieren selbstverständlich, sogar beim Sport. Lisa zwängt sich also in gute Klamotten, ärgert sich schon vorm Spiegel darüber, dass sie sich in einer Stunde wieder abschminken muss. Trotzdem erreicht sie nie den Chic ihrer Freundinnen.

Alle drei passen sich den Vorstellungen ihrer Gruppe an, obwohl es nicht die ihren sind. Das kennen wir alle!

 

Vergleiche hinken – und machen uns schwach

Wir wollen dazugehören und glauben oft, dass uns das am besten gelingt, wenn wir so sind wie alle anderen. Tatsächlich ist diese Anpassungsfähigkeit ganz wichtig im Leben. Nicht nur, weil wir so viel besser miteinander zurechtkommen, wir kommen auch mit Veränderungen gut klar. Uns an Vorbildern zu orientieren gibt uns Sicherheit und bringt uns weiter. Uns mit anderen zu vergleichen kann uns sogar anspornen.

Sich immer abgrenzen und bis ins Kleinste die individuelle Nummer zu geben, ist auch anstrengend und macht es anderen schwer mit uns. Übertreiben wir es aber mit Anpassen und Vergleichen, dann machen wir uns schwach.

 

Wenn wir gegen unsere Wünsche leben

Das Stichwort ist „verbiegen“. Sicher kommen dir gleich auch einige Situationen in den Sinn, wo du dich anpasst, vielleicht sogar das Gefühl hast, deine Wünsche zu übergehen und gegen dich selbst zu leben. Oder du kennst jemanden, der das tut.

Dieses Gegen-sich-selbst-leben ist enorm anstrengend. Wir verlieren an Ausstrahlung, wenn wir uns verleugnen und, noch schlimmer: Wir säen Selbstzweifel, sind vielleicht sogar zornig auf uns selbst, weil wir nicht einfach machen, was wir möchten.

Ständig Gleichheit herzustellen und keine Unterschiede auszuhalten, hat also einen hohen Preis. Es geht ja gar nicht um richtig oder falsch, es geht einfach darum, dass man manchmal der Laubbaum im Nadelwald ist. Dass der Laubbaum auf die Idee kommt, er wäre nicht in Ordnung, liegt daran, dass er zufällig im Nadelwald steht. Wenn er gedeihen will, kann er sich aber deswegen keine Nadeln wachsen lassen. Das schafft er einfach nicht.

 

Woran erkennst du, was für dich dran ist?

Du weißt es im Grunde schon: Dein eigenes Gefühl sagt es dir.

„Ein alter Volksmund sagt, dass Vergleiche immer hinken.
Ich füg’ ergänzend da hinzu, dass sie mir stinken.“, singt Joana.

Wann immer es dir richtig stinkt, dich anzupassen, dann ist gegensteuern angesagt.

Was es dazu braucht? Ein bisschen Mut, dich dazu zu bekennen. Du bist oder denkst in diesem Punkt einfach anders als deine Familie, Freunde oder Kollegen. Vertraue darauf, dass ihr euch trotzdem verbunden bleibt, auch wenn ihr euch in einigen Punkten unterscheidet.

Und manches Mal wirst du ein Aufatmen hören. Denn oft passen sich andere insgeheim auch an, weil sie denken „alle wollen das so, dann beuge ich mich halt der Mehrheit“. Wie schön ist es, wenn du auch noch für andere ein Vorbild wirst, zu sich zu stehen.

Von diesem Stehvermögen, sich selbst treu zu bleiben, kann man nie genug haben! Und ganz nebenbei bist du so, wie du sein möchtest. Das entspannt und macht glücklicher.

 

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Auch kleine Krisen machen stark

Manchen Menschen scheint der Begriff der Krise so groß zu sein, dass sie von sich behaupten noch nie in einer Krise gewesen zu sein. Andere stöhnen schon „Ich krieg die Krise!“, wenn sie nicht auf Anhieb einen Parkplatz direkt neben dem Eingang finden.


Ist das jetzt schon eine Krise?

Krisen sind Wendepunkte. Etwas dreht sich, ist nicht mehr so, wie es vorher war. Krisen machen den meisten Angst: Was wird sein? Wie wird es weitergehen? Stehe ich das durch?

Doch es gibt Menschen, denen geht das nicht so. Sie scheinen durch Krisen einfach so durchzumarschieren. Mitunter sogar mit der Hoffnung auf was Neues.

Gibt es am Ende die geborenen Krisenmanager? Man hat es oder man hat es nicht?

 

Jeder kann krisenfest werden!

Zur Krisenbewältigung braucht es kein riesiges Selbstvertrauen. Du brauchst auch keine Augen-zu-und-durch-Mentalität, vor allem brauchst du keine rosarote Brille.

Es gibt allerdings schon einige ganz zentrale Fähigkeiten, die du das ganze Leben hindurch lernen und üben kannst. Damit stärkst du deine Krisenfestigkeitsmuskeln und bist im Ernstfall gerüstet.

 

Was sind wichtige Fähigkeiten, die uns durch Krisen tragen?

  1. Die Fähigkeit zur Selbstberuhigung

Krisen machen Angst, regen auf. Wer Angst hat, ist gelähmt. Wer wie gelähmt ist, ist handlungsunfähig, denn wer aufgeregt ist, kann keinen klaren Gedanken fassen.

Es geht nicht darum, diese Gefühle nicht zu haben oder zu verdrängen. Sie weisen uns auf Gefahren hin und schützen uns vor Fahrlässigkeit. Es geht einfach darum, sie steuern zu können, wenn sie ihre Funktion erfüllt haben.

Wenn du eine Krebsdiagnose bekommst, schützt Angst dich davor, die Sache auf die leichte Schulter zu nehmen. Doch für die Therapie und Heilung geht es darum, dass du für dich eintreten kannst. Und das geht nur, wenn du deine Angst wahrnimmst, aber in der Lage bist, sie in den Griff zu bekommen.

 

  1. Die Fähigkeit die Realität wahrzunehmen

Krise heißt, dass etwas Einschneidendes passiert ist. Es ist menschlich und manchmal auch hilfreich, zuerst einmal das ganze Ausmaß der Katastrophe zu verdrängen. Nach dem ersten Schock kommt es dann aber darauf an, nüchtern festzustellen, was jetzt Sache ist, sonst können wir nicht zielgerichtet handeln.

Mein Mann hat mich verlassen. – Erst wenn ich mir das eingestehe, kann ich meine Zukunft selbstverantwortlich in die Hand nehmen.

Wir haben ein massives Geldproblem! – Ohne diese Einsicht werden wir keine vernünftigen finanziellen Regelungen treffen können.

 

  1. Die Fähigkeit neue Lösungen zu finden

Krise bedeutet, dass etwas grundlegend anders geworden ist. Und dass die bisher üblichen Maßnahmen nicht mehr passen. „Probleme können nicht mit derselben Denkweise gelöst werden, durch die sie entstanden sind.“, sagte Albert Einstein.

Etwas Neues muss her. Und dafür brauchen wir die Kreativität wirklich anders zu denken und die Bereitschaft ungewohnte und ungewöhnliche Ideen zuzulassen. Die muss man gar nicht alle selber finden, man kann sich auch von anderen Ideen spendieren lassen.

 

  1. Die Fähigkeit neue Lösungen umzusetzen

Auch die beste Idee führt nicht aus der Krise heraus, wenn sie nicht konsequent umgesetzt wird. Dafür müssen häufig erst noch Ressourcen erschlossen oder aktiviert werden und neue Abläufe entwickelt und eingespielt werden.

Es ist nicht mit dem Entschluss getan, sich nicht mehr vom Partner wie ein Spielball behandeln zu lassen. Es sind konkrete Schritte angesagt!

Es reicht nicht aus, theoretische Pläne zu machen, wie man aus den Schulden rauskommen könnte, wenn man nichts tut.

 

  1. Die Fähigkeit abzuschließen

Krisenfestigkeit bedeutet auch, dass man vorausschaut. Vorausschauen kann man nur, wenn man unter die Vergangenheit auch einen Schlussstrich ziehen kann. So viele Menschen haben eine Krise erfolgreich durchgestanden und lassen sich dennoch weiterhin ihr Leben trüben, indem sie immer wieder aufwärmen, hadern, Groll hegen …

Die Chance der Krise ist es, das etwas Neues entstehen und wachsen kann: Einsichten, Erfahrungen, Verhalten. Wird aber das Alte, in der Krise nicht mehr taugliche, immer wieder heraufbeschworen, kann sich das Blatt nicht wirklich wenden, es gibt eine permanente Gas-Bremse-Bewegung.

Man hat sich scheiden lassen, aber alle Gedanken und Gespräche bleiben von der schlechten Ehe beherrscht.

Man hat sich einverstanden erklärt mit dem Verkauf des Elternhauses, damit die Schwester ihre Schulden bezahlen konnte, hält ihr das aber bei jeder Familienfeier wieder vor.


Und jetzt?

Tja, natürlich gibt es keine simplen Rezepte, mit denen sich das alles im Handumdrehen lernen und verwirklichen lässt. Das wäre schön, wenn’s so einfach wäre!

Und doch ist es kein Hexenwerk in Krisen stark zu reagieren. Wichtig ist mir, dass du weißt, dass du diese Fähigkeiten in deinem ganz normalen Alltag üben kannst:

Die Fähigkeit zur Selbstberuhigung
… wenn du einen Fehler gemacht hast und merkst, dass du den Kopf verlierst.
… wenn du dich verrückt machst, weil du glaubst, dass du den Zug verpasst.
… wenn

Die Fähigkeit die Realität wahrzunehmen
… wenn dein Friseur die Haare verschnitten hat, woran Heulen und Zähneknirschen nichts ändert.
… wenn ein Kollege ständig deine Ideen klaut, obwohl „sich das nicht gehört“.
… wenn

Du siehst, wir haben täglich mit kleinen Auslösern dieser Art zu tun, die uns vor die gleiche Aufgabe stellen wie die großen Krisen!
Das Wunderbare: Die kleinen Probleme und Ärgernisse im Alltag sind das beste Übungsfeld!


Und wenn du mehr Anregung willst, wie du das ohne besonderen Aufwand in deinem Alltag lernen und üben kannst,
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Wie kann man Resilienz lernen? Teil 2

Im ersten Teil ging es darum, dass Menschen Resilienz aktivieren, wenn sie durch schwere Krisen hindurchgehen und vor existentielle Schwierigkeiten gestellt sind. Dann funktionieren nämlich ihre gewohnten Strategien, mit Herausforderungen umzugehen, nicht mehr. Sie sind also gezwungen, anders zu denken und zu handeln als üblich. Es bleibt ihnen oft gar nichts anders übrig als ihr Schicksal in die Hand zu nehmen und neue Lösungen zu finden.

 

Genauso lernt man Resilienz auch in ruhigeren Zeiten.

Es muss nicht drunter und drüber gehen, damit wir unsere Möglichkeiten ausloten, unsere Persönlichkeit weiterentwickeln, neue Chancen ergreifen. Wer ohne äußere oder innere Not daran arbeitet seine innere Stärke auf- und auszubauen, hat den großen Vorteil, es im eigenen Ausmaß und Tempo tun zu können. Auf diese Weise schaffen wir uns ein Polster, einen Vorrat, von dem wir zehren können, wenn wir es besonders nötig brauchen.

 

Mit welchen konkreten Schritten kannst du also deine Resilienz wecken oder steigern?

 

1. Steige freiwillig aus bequemen Gewohnheiten aus.

Die Dinge immer auf die gleiche Art und Weise zu machen kann einen starken Sog entwickeln, denn es scheint einfach, bequem und Energie sparend. Immer wieder mal etwas wenigstens ein bisschen anders zu machen übt und erhält die Fähigkeit im Ernstfall flexibel reagieren zu können. Halten wir zu lange an Ritualen und Gewohnheiten fest, haben sie den unerwünschten Nebeneffekt, dass wir sie für unumgänglich halten und uns gar nichts anderes mehr vorstellen können. Und das gilt sogar, wenn sie ihren ursprünglichen Zweck gar nicht mehr erfüllen. Eine Seminarteilnehmerin erzählte, dass sie immer noch an Silvester ihre Schwester mit deren ganzer Familie zu einem aufwändigen Menu einlud. Sie hatte das jahrelang als Geburtstagsgeschenk für ihre Mutter getan, die seit Jahren verstorben war. Inzwischen empfand sie die ganze Veranstaltung nur noch als Belastung, hatte aber nicht den Dreh gefunden, es zu ändern.

 

2. Erhalte und steigere deine Vorstellungskraft.

Um sich aus gewohnten Gleisen zu lösen, braucht es die Vorstellung davon, wie es denn anders sein oder funktionieren könnte. Aktiviere also deine Phantasie. Denke dir Geschichten aus, finde mindestens 5 verschiedene Möglichkeiten das gleiche Gericht zuzubereiten, eine Aufgabe zu erledigen, zu einem Treffpunkt zu kommen. Gib dich nicht zufrieden, bis du tatsächlich 5 erreicht oder überschritten hast.

 

3. Mache Erfahrungen.

Ausdenken und Planen bleiben ein rein gedankliches Produkt, so lange du es nicht wirklich ausprobierst und erlebst. Du kannst dich noch so ausgiebig über Schwimmen informieren und Pläne schmieden, was du dafür brauchst, irgendwann wirst du ins Wasser müssen um mit allen Sinnen zu erfahren, wie es ist. Und wenn du tatsächlich schwimmen lernen willst, heißt es mit Ausdauer üben. Der Vorteil, wenn du es ohne Not lernst: Du musst nicht gleich ins Tiefe gehen.

 

4. Finde Gleichgesinnte.

Das heißt nicht, dass du dich vor allem mit Menschen umgibst, die genauso denken und handeln wie du selbst. Ganz im Gegenteil, wenn du dich intensiver mit Personen befasst, die ein bisschen anders sind, förderst du deine geistige Beweglichkeit und dein Vorstellungsvermögen wie von selbst. Aber sei aufmerksam dafür, wer dir Respekt und Wertschätzung entgegenbringt, wer dich inspiriert und wer dich darin unterstützt innere Stärke zu entwickeln. Tu das Gleiche für diese Menschen und ihr werdet euch gegenseitig beflügeln.

 

Mit Wissen, Nachdenken und Bewusstmachen schaffst du gute Voraussetzungen dafür deine Resilienz auf- und auszubauen. Spürbare Veränderungen merkst du aber vor allem durch das, was du im Alltag TUST. Probiere es aus und freue dich sich am Zuwachs deiner inneren Stärke.

 

Wenn du deine Resilienz im Alltag gezielt steigern willst, dann schau dir mein 21-Tage-Programm dazu an:

Du bekommst täglich einen Impuls, was du an diesem Tag für deine innere Stärke tun kannst. Diese Übungen sind leicht in den Alltag einzubauen ohne dass du dafür extra Zeit reservieren müsstest. Und bis zum 31. Mai gibt es die Varianten BASIC und INTENSIV noch zum Einführungspreis.

Hier gibt es alle Informationen dazu.

Wie kann man Resilienz lernen? Teil 1

Was ist eigentlich Resilienz? Man meint damit alle Kräfte, die wir aktivieren, um Krisen und Schwierigkeiten zu meistern. Und zwar so zu meistern, dass wir am Ende daran gewachsen sind.

Psychologen ist Resilienz besonders bei Menschen aufgefallen, die außergewöhnlich schwere Schicksale erlitten hatten. Daher hat sich die Resilienzforschung auch zunächst auf darauf konzentriert: Auf Menschen, die in schwierigsten Verhältnissen aufgewachsen sind, die Kriege und Flucht erlebt hatten, entführt wurden, verheerende Katastrophen erlebt haben, mit schweren Behinderungen oder Erkrankungen leben müssen.

Als resilient, also widerstandsfähig, galten diejenigen, die auf die schwierigen Gegebenheiten auf ganz bestimmte Weise reagiert haben:

  • Sie haben sich davon nicht unterkriegen lassen, zumindest auf lange Sicht nicht.
  • Sie haben ihre Möglichkeiten gesucht und wahrgenommen.
  • Und sie haben Hilfe angenommen, wo sie sie brauchen konnten.

Solche dramatischen Beispiele zeigen natürlich besonders deutlich, was Resilienz bedeutet und was sie vermag. Doch es kann einem auch die Sprache verschlagen, besonders, wenn man in sicheren Verhältnissen groß geworden ist und lebt.

Kann man Resilienz nur lernen, wenn man Schlimmes erlebt?

Wenn dir richtig drückende Probleme und Schicksalsschläge bisher erspart geblieben sind, fragst du dich vielleicht, ob du überhaupt Resilienz entwickeln kannst.

Die gute Botschaft: Du kannst!

Zum Glück kennen die meisten von uns kaum wirklich existentielle Not, müssen weder Kriege noch Hungersnöte ertragen oder um Leib und Leben fürchten. Doch auch bei uns gibt es durchaus Armut, Gewalt, Missbrauch. Und selbst da, wo uns auch das erspart bleibt, gibt es in einem Menschenleben genug Anlässe, in denen wir innere Stärke brauchen:

  • Wir verlieren etwas Kostbares, das uns sehr am Herzen lag.
  • Wir fürchten um unseren Job oder wurden gekündigt.
  • Wir werden verlassen, leiden an Liebeskummer.
  • Wir regen uns auf oder fühlen uns schuldig, weil wir einen Fehler gemacht oder etwas versäumt haben.
  • Wir machen uns Sorgen um unsere Kinder, weil sie nicht genug für die Schule tun.

Kurz: Indem wir durch den Scheuersack des Lebens gehen, erlebt jeder von uns Situationen, in denen wir deprimiert sind, Angst haben, nicht gleich eine Lösung parat haben.

Das Gute daran: Genau da, wo du ratlos und mit deinem Latein am Ende bist, wo du wütend bist auf Gott und die Welt, wo dir das, was du üblicherweise tust, überhaupt nicht weiterhilft, brauchst du Resilienz – und genau das ist ein Weg sie auch zu lernen.

Wie lernt man in schwierigen Situationen Resilienz?

4 erste Schritte kannst du in schwierigen Situationen gehen um Resilienz zu lernen oder zu aktivieren:

  1. Akzeptiere deine erste Reaktion, egal, wie sie ausfällt, aber bleibe nicht dauerhaft in ihr stecken.
  2. Hör auf, anderen oder dir selbst Schuld zu geben. Schuld bringt dich keinen Schritt weiter.
  3. Lecke ruhig deine Wunden. Und dann besinne dich nach angemessener Zeit darauf, was du selbst an deiner Lage ändern kannst.
  4. Lass dir helfen. Du musst nicht alles alleine schaffen.

Das alles fällt kaum jemandem in den Schoß. Es wird gelernt.

Es stellt sich also nicht die zynische Frage, wie schrecklich Verhältnisse sein müssen, damit wir Resilienz lernen können. Die Frage ist vielmehr: Wie baue ich meine innere Stärke unter den aktuellen Herausforderungen meines Lebens?

Das ist leichter gesagt, als getan! So einfach und klar diese vier Schritte zu mehr Resilienz auch klingen, wir sind nicht gleich in der Lage so zu reagieren. Doch genau hier beginnt das Resilienz-Training. Indem man einfach erst mal erkennt „Ich will eine Situation, zum Beispiel eine sich abzeichnende Trennung, nicht wahrhaben“, stattdessen hoffe ich darauf, dass es von sich aus anders wird oder leugne, was Sache ist. Indem du dir erlaubst, erst einmal traurig oder wütend zu sein, aber dir dann auch mal ein „Stopp“ sagst und den Blick nach vorne richtest. Das geht nicht so leicht, aber es macht dich widerstandsfähiger. In kleinen Schritten, immer mehr.

Was dabei hilft, ist Geduld. Und das Wissen, dass du am Ende stärker bist, wenn du es gemeistert hast.

Lernt man Resilienz also doch nur, wenn es hart auf hart kommt?

In solchen Situationen brauchst du Resilienz, und manchmal ist es eben der Weg, wie sie auch entsteht. Doch leichter ist es, wenn du deine innere Stärke in ruhigeren Zeiten aufbaust, um sie auch dann aktivieren zu können, wenn du es besonders nötig brauchst.

Wie das geht, dazu erfährst du im nächsten Blog-Artikel mehr. Und wer nicht so lange warten will, hier findest du ein konkretes Angebot dazu.

Resilienz – Die missverstandene Gabe

RESILIENZ ist momentan zwar in aller Munde, aber es kursieren auch viele Missverständnisse zu diesem Thema.
Das wurde DHZ-Redakteur Alphan Cicekten bewusst, als er für das Interview mit Resilienztrainerin Monika Gruhl recherchierte.

Anderen helfen oder sie stark machen?

Anderen helfen oder sie stark machen? Wer sich nicht selbst helfen kann, dem muss geholfen werden! Ein durchaus ehrenwertes Prinzip! Und es funktioniert auch oft. Wer entsprechende Signale sendet, findet oft jemanden, der in die Bresche springt. Der die Kastanien aus dem Feuer holt. Der die Dinge erledigt oder zu Ende bringt, zu denen man sich nicht in der Lage fühlt. Aber hilft das auf lange Sicht wirklich weiter? Oder bestätigt es nicht auch die Opferrolle, das Gefühl, ich kann

Resilienz in Unternehmen und Organisationen

Burnout ist die Verknüpfung von persönlich empfundener Belastung, gesellschaft-lichem Druck sowie der Wandel in der Arbeitswelt durch Arbeitsverdichtung, zunehmender Zeit- und Arbeitsdruck, instabile Arbeitsverhältnisse. Insofern muss dem Phänomen Burnout auf individueller, organisatorischer und gesellschaftlicher Ebene begegnet w