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Veränderungskraft ist neben der Anpassungskraft eine der drei Kräfte der Resilienz. Veränderungskraft brauchen wir, um nicht nur auf Veränderung von außen zu reagieren, sondern selbst Veränderung initiieren zu können – da, wo sie wünschenswert oder notwendig ist.
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Sie bewahrt uns davor, uns im Widerstand gegen Dinge, auf die wir gar keinen Einfluss haben, zu erschöpfen.
Und sie verhindert, dass wir in passiver Anpassung an widrige Gegebenheiten oder äußere Zumutungen resignieren.
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Veränderungskraft weckt und aktiviert kreative Fähigkeiten, Selbstverantwortung und produktive Lösungsfindung.
Sicher kennst du das „Mantra“ für unerwünschte Verhältnisse: „Love it, change it or leave it.“ „Love it“ kannst du mit Anpassungskraft erreichen, für „change it“ brauchst du Veränderungskraft.
Von Harrison Ford stammt die Erkenntnis: „Große Veränderungen in unserem Leben können eine zweite Chance sein.“
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Mit Veränderungskraft lässt sich einiges bewirken, das mit Anpassung und Widerstand einfach nicht gelingen will:

🔴 Du erweiterst deine Spielräume oder schaffst dir ganz neue.

Beispiel: In vielen Unternehmen wurden durch Corona bahnbrechende Neuerungen in den Arbeitsbedingungen und -abläufen eingeführt, die vorher undenkbar schienen: ein Großteil der Mitarbeiterinnen im Home-Office, Online-Konferenzen, sogar neue Marktlücken wurden auf die Schnelle entdeckt und gefüllt.
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🔴 Du fasst den Mut deine Komfortzone zu verlassen und dich in unbekanntes Terrain zu begeben.

Beispiel: Suse hing jahrelang in einer Wohnungssituation fest, mit sie äußerst unzufrieden war. Es störte sie das Bad ohne Tageslicht, die Bodenfliesen fand sie von Anfang an geschmacklos, die Mitbewohner im Haus beschrieb sie distanziert bis streitbar. Sie glaubte, sich keine andere Wohnung leisten zu können.
Bis sie mit Veränderungskraft eine bis dahin „abwegige“ Idee aufgriff und ihr mit viel Herzklopfen nachging. Heute fühlt sie sich in einer gepflegten Dreier-WG pudelwohl.
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🔴 Du befreist dich von „Altlasten“ und entwickelst dich persönlich weiter zu mehr Selbstvertrauen und Lebens-Zufriedenheit.

Beispiel: Ute hatte von ihrer Mutter die Lektion gelernt: „Für die Gesundheit muss man Pferdeäpfel essen!“ So disziplinierte sie sich mit Sport, der ihr keinen Spaß machte, hielt sich streng an eine freudlose Diät und verbot sich jede Ausgelassenheit. Trotzdem kränkelte sie häufig, war ständig besorgt und ungehalten. Ihre Mutter bestärkte sie darin, dass es ihr noch viel schlechter ginge, wenn sie sich nicht so konsequent kontrollieren würde.

Erst durch ihren Freund Jürgen und seine Familie lernt Ute einen entkrampften Umgang mit Gesundheit kennen. Mit Veränderungskraft und Jürgens Zuspruch löst sie sich allmählich von ihrem tief verankerten Glaubenssatz und gewinnt einen zwanglosen Zugang zu Genuss und Lebensfreude.
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Alte Gegebenheiten, Verhaltensmuster und Glaubenssätze, die dir nicht mehr dienen, kannst du leichter loslassen, wenn du keine Angst (mehr) vor Veränderung hast. Wenn du mutig über deine Komfortzone hinausgehst. Wenn du dich öffnest für andere Perspektiven und bereit bist auch das bis dahin Undenkbare in Erwägung zu ziehen.
Etliche Menschen sagen, dass ihre Veränderungskraft zurzeit arg strapaziert wird, und andere haben Schwierigkeiten diese Kraft überhaupt zu aktivieren.
Veränderungskraft aufzubringen ist besonders dann eine Herausforderung, wenn du zu den Menschen gehörst, die großen Wert auf Stabilität und Kontinuität legen.
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Deine Vorlieben und Talente liegen dann vorwiegend im Bereich Verlässlichkeit, Beständigkeit und Pflichtbewusstsein.
Wahrscheinlich strebst du – besonders, wenn es stressig wird – danach, Gewissheit zu bekommen, wie es weitergeht, und verbindliche Standards festzulegen. Du willst das Rad nicht immer wieder neu erfinden müssen, sondern dich auf das verlassen können, was sich bisher bewährt hat. Auch von anderen erwartest oder forderst du, dass sie zu dem stehen, was einmal entschieden wurde.
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Diese Prinzipien sind grundsätzlich sehr wertvoll, nur sind sie nicht in allen Lebenssituationen dienlich und erfolgversprechend. Und manchmal binden sie die Energie, die für neue Lösungen und Wege gebraucht würde. Wenn du mit Widerstandskraft nichts ausrichten kannst und Anpassungskraft keine Verbesserung bringt, ist es angebracht aktive Veränderungskraft einzusetzen.
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Alle Gegebenheiten und Verhältnisse wandeln sich mit der Zeit.
Das ist das einzige, was sicher ist, auch wenn wir es nicht gerne wahrhaben.

Veränderungskraft einsetzen bedeutet nicht, einfach nur irgendwie auf unvermeidliche Veränderungen von außen zu reagieren. 
Es bedeutet selbst Veränderung in Gang zu setzen.

Wie kannst du das schaffen, auch wenn es dir nicht so liegt?

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🔴 Der erste Schritt zu mehr Veränderungskraft: die Angst vor dem Unbekannten loslassen.

Was am meisten an Veränderung hindert und immer wieder zögern und zurückschrecken lässt, ist Angst.

Angst vor dem Unbekannten. Was wir kennen, scheint uns SICHERHEIT zu geben. Doch wirklich sicher ist nur eines: nämlich, dass nichts bleibt, wie es ist. Wandel ist genauso NATÜRLICH und NATURGEGEBEN wie die Angst.

Ist es daher nicht eher beruhigend und Angst lösend, wenn du aktiv mitmischst beim unvermeidlichen Wandel statt nur passiv auf ihn zu reagieren?
Wenn du Veränderung an sich nicht mehr befürchtest, kannst du befreit den nächsten Schritt angehen:
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🔴 Der zweite Schritt zu mehr Veränderungskraft: Ideen entwickeln und aus der Fülle schöpfen.

Für aktive Veränderung braucht es Ideen, viele Ideen, originelle Ideen, ausgefallene Ideen, herkömmliche Ideen – erst aus der Fülle ergibt sich die Freiheit zu wählen und Veränderung mit Elan und Freude zu gestalten.

Diese Ideen brauchst du nicht alle selbst zu erzeugen: Halte Augen und Ohren offen, frage unterschiedliche Leute, sei neugierig auf ungewohnte Ansichten, sammle, lass dich inspirieren ….

Eine Fülle von Möglichkeiten vor Augen zu haben befreit dich aus dem Gefühl einer Zwangslage. Sie bietet dir den Stoff Erneuerung aktiv zu gestalten in DEINEM Sinn, auf DEINEM Weg, nach DEINEM Geschmack.
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🔴 Der dritte Schritt zu mehr Veränderungskraft: sie (all)täglich üben:

Gelegenheiten dazu gibt es im normalen Tagesverlauf ständig:
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♦️ Ändere etwas in deinem gewohnten Vorgehen: fang‘ anders an, lass etwas weg oder füge etwas hinzu. Variiere diese Abweichung vom Gewohnten dreimal. Danach nimm dir ein anderes Beispiel in gleicher Weise vor.
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♦️  Überlege dir, welche kleinen Veränderungen an deiner Umgebung, an deinem Verhalten und an deiner Person reizvoll sein könnten. Probiere es aus und achte auf die Wirkung bei dir selbst.
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♦️ Richte deine Aufmerksamkeit auf die großen und kleinen Veränderungen, die du schon erlebt hast und die sich immer wieder ereignen. Lass alle Gefühle zu, die sich regen. Was gibt es außer Angst und Unbehagen noch? Bei welchen Veränderungen in deinem Leben, denen du zunächst skeptisch oder ablehnend gegenübergestanden hast, hat sich deine Einstellung im Nachhinein zum Besseren gewandelt?
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Sicher fallen dir mit etwas Fantasie noch jede Menge anderer Beispiele ein oder auf, mit denen du deine Veränderungskraft üben kannst.
❗️ Wichtig: Mach keinen Zwang draus.
Geh es mit spielerischer Neugier an. Gib deiner Kreativität und deiner Spielfreude Raum. Mach alltägliche Dinge wie kochen, einkaufen etc. zu einer lockeren Entdeckungstour. Folge auch mal verrückten Einfällen, die aus einer momentanen Eingebung entstehen.
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Es geht nicht darum, dass du dich ständig alles über den Haufen wirfst.
Es geht darum, dass du deine Veränderungskraft aktivierst und trainierst, damit du sie einsetzen kannst, wenn es dienlich, sinnvoll und zweckmäßig ist.
Resilienz wird häufig mit Widerstandsfähigkeit übersetzt. Aber sie allein macht noch nicht resilient.
Resilienz ist nämlich e
in Mix aus
Widerstandskraft,
Anpassungskraft
und Veränderungskraft.
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Anpassungskraft brauchen wir, um uns mit den Verhältnissen, die wir – zumindest unmittelbar – nicht ändern können, zu arrangieren und unter den gegebenen Umständen das Beste daraus zu machen.

 

Da wir das gerade erleben, ist es eine gute Zeit um Anpassungskraft zu erleben, zu üben und ihren Wert schätzen zu lernen.
Viele Menschen können ihre Anpassungskraft zurzeit vor allem im Beruf brauchen.
Andere tun sich eher in der Familie schwer damit. In beiden Bereichen ist gerade viel Flexibilität gefragt.
Anpassungskraft aufzubringen ist besonders dann eine Herausforderung, wenn du zu den Menschen gehörst, deren Effektivität, Leistungsfähigkeit und Organisationstalent auf ihre strukturierte und gradlinige Grundausrichtung zurückgeht.

Dann willst du dich wahrscheinlich – besonders, wenn es stressig wird – an systematische Erledigungklare Vereinbarungen und bewährte Abläufe halten, und dies auch von anderen erwarten oder einfordern.
Sie aufzugeben lockt deine Widerstandskraft hervor.

Doch Widerstandskraft bringt dich in bestimmen Fällen nicht weiter, denn:

  • Wenn sich die Verhältnisse ändern,
  • wenn andere Anforderungen entstehen,
  • wenn neue Prioritäten dazu kommen,
  • wenn Menschen sich auf ihre Weise weiterentwickeln,
  • wenn es neue Konstellationen gibt,
    funktionieren die bewährten Abläufe und Methoden nicht mehr. Oder nicht mehr so gut.
Das kann unterschiedliche Gründe haben.
  • Wie im Fall von Covid 19 verlangen die Gegebenheiten besondere ungewohnte Maßnahmen, die belastend, unbequem oder kompliziert empfunden werden.
  • Wenn Unternehmen fusionieren oder umorganisiert werden, setzen sie neue Ziele und führen eine andere Kultur ein.
  • Kolleginnen oder Führungskräfte kommen und gehen – jeder Wechsel im Team erfordert eine Neujustierung. Es wird nie genau so weitergehen wie vorher.
Im privaten Bereich ist das nicht viel anders:
Stellenwechsel, Umzüge, mehrfache Belastungen, erhöhte Ansprüche, die Familie wächst oder wird kleiner, Kinder werden größer und entwickeln sich.
An ihrem Beispiel liegt es auf der Hand: Was ein sinnvoller Umgang mit einem 4jährigen ist, ist beim 10jährigen nicht mehr angemessen – und funktioniert in der Regel auch nicht mehr.
Bei Kindern und Jugendlichen ist es offensichtlich, doch auch alle anderen Gegebenheiten und Verhältnisse wandeln sich mit der Zeit. Das ist das einzige, was sicher ist, auch wenn wir es nicht gerne wahrhaben.


🔴 Das zu akzeptieren ist der erste Schritt zu mehr Anpassungskraft.

Nun bedeutet Anpassungskraft einsetzen aber nicht, bewährte Prinzipien und Vorgehensweisen einfach über Bord zu werfen.
Wie der Begriff schon sagt, geht es darum, sie so ANZUPASSEN, dass sie unter den neuen Gegebenheiten funktionieren.

Und dafür braucht es erst mal einen Abschied: Nicht von der gesamten bisherigen Struktur, sondern von der Vorstellung,
  • dass das bewährte Handeln RICHTIG ist – und alles andere falsch.
  • dass es die BESTE Methode ist – und alle anderen schlechter.
  • dass es die EINZIG MÖGLICHE Vorgehensweise ist.


🔴  Sich von dieser Vorstellung zu lösen ist der zweite Schritt zu mehr Anpassungskraft.

Wenn das geschafft ist, sind Kopf und Herz frei für neue PASSENDE Lösungen.


🔴  Der dritte Schritt zu mehr Anpassungskraft ist sie (all)täglich zu üben:

Gelegenheiten dazu gibt es im normalen Tagesverlauf ständig:

♛ Finde an etwas, das dir gegen den Strich geht, drei Vorteile oder gute Seiten.

♛ Ignoriere eine Entscheidung, eine Maßnahme oder eine Reaktion von jemandem, die dir nicht passt, für eine Weile.
(Geh‘ einen Kaffee trinken, wende dich einer Aufgabe zu, plaudere mit einer Kollegin oder Nachbarin. Unterbrich auf jeden Fall deine erste Reaktion auf das Unerwünschte und warte eine Zeit lang, bis du dich wieder damit befasst.)

♛ Unterhalte dich einige Minuten freundlich mit jemandem, den du nicht magst oder zu dem du keinen rechten Zugang hast.

♛ Lass dich für eine halbe Stunde ganz bewusst auf ein Lieblingsspiel deines Kindes ein, das du nicht so gern spielst.
♛ Geh einem Freund zuliebe in einen Film oder ein Konzert seiner Wahl, auch wenn du dem nicht viel abgewinnen kannst.

Sicher fallen dir noch jede Menge anderer Beispiele ein oder auf, mit denen du deine Anpassungskraft üben kannst.
❗️Wichtig:
Überfordere dich nicht.
Wähle einen Rahmen, innerhalb du dich ehrlichen Herzens darauf einlassen kannst.

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Begrenze die Zeit, die Häufigkeit oder die Intensität.

Es geht nicht darum, dass du dich ständig anpasst.
Es geht darum, dass du deine Anpassungskraft aktivierst und trainierst, damit du sie einsetzen kannst, wenn es dienlich, sinnvoll und zweckmäßig ist.

Wem es gelingt, Unabänderliches zu akzeptieren, der der gewinnt Gelassenheit und inneren Frieden.
Und auf dieser Basis haben wir viel mehr Lösungsideen und mehr Bereitschaft etwas Neues auszuprobieren.

Die Fähigkeit zur Akzeptanz fällt nicht vom Himmel, und es gibt auch keine magische Formel, die sie mit einem Fingerschnipsen herbeizaubern könnte.
Aber sie lässt sich beständig üben und ausbauen, gerade in alltäglichen Situationen. Dazu gebe ich dir hier zwei Impulse.

Im Trainingslager Alltag findest du immer wieder die Gelegenheit deine Akzeptanzfähigkeit auszubauen.
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1. Wenn du dich über etwas aufregst, das du nicht ändern kannst.

Wenn du also merkst, wie du bei so einer Sache hochgehst, nimm es als Signal, dass du jetzt eine kleine Trainingseinheit einschieben kannst.

Typische Beispiele dafür sind

  • Baustellen, rote Ampeln und Autofahrer/innen, die nicht aufpassen, Fehler machen oder drängeln.
  • Wartezeiten beim Arzt,
  • die Schlange an der Supermarktkasse,
  • Zug oder Bus verspätet

Wenn du erst mal darauf achtest, werden dir deine eigenen Beispiele sicher schnell auffallen.

Wie kannst du dann dein Akzeptanzvermögen üben?

Mach dir als erstes klar, dass du keinen Einfluss darauf hast.
Atme tief durch und sage dir innerlich: „Ich kann es jetzt nicht ändern. Es ist wie es ist.“

Es geht erst mal nur darum diese Tatsache zu akzeptieren, dass du es nicht ändern kannst.

Du brauchst dir nicht vorzumachen, dass es dir nichts ausmacht.
Du brauchst nicht zu versuchen positiv darüber zu denken.
Nein, atme nur tief und akzeptiere voll und ganz, dass du gerade keinen Einfluss hast.

Lass dich nicht beirren, wenn du das mehrfach wiederholen musst, bis es innerlich angekommen ist.
Wenn du im Sport eine neue Bewegung lernst, brauchst du ja auch etliche Wiederholungen bis deine Muskeln sie wie selbstverständlich ausführen.

Es bringt nichts sich anzustrengen um gelassener zu werden.

Das ist ja sogar ein Widerspruch. Die größere Gelassenheit ist der Gewinn, das Geschenk, das folgt, wenn du die Realität anerkennst, dass du nichts daran ändern kannst.

Worauf du natürlich in jeder Sekunde Einfluss hast, ist, wie du selbst auf das Unabänderliche reagierst – und darauf gehe ich bei der Wunderzutat „Verantwortung übernehmen“ in einem späteren Beitrag  ein.

 

2. Wenn du dir ständig Sorgen machst um Dinge, die eventuell geschehen könnten.

Das sind weitere alltägliche Situationen für das Üben deiner Akzeptanzfähigkeiten. Sie sind eine unerschöpfliche Quelle für fruchtlose Grübeleien, da wir ja nicht wissen können, ob sie jemals eintreten.

Sie existieren nur in unserem eigenen Kopf und halten uns in Unruhe beschäftigt ohne dass wir in diesem Moment etwas daran tun könnten

Beispiele dafür sind Gedankenschleifen wie:

  • Wenn ich krank werde, …
  • Wenn meinem Kind etwas passiert, …
  • Wenn mein Freund mich verlässt, …

Auch hier wirst du sicher schnell auf deine eigenen Beispiele stoßen, besonders, wenn du zum Grübeln neigst.

Das sind alles Situationen, die wir verständlicherweise nicht haben wollen. Doch sollten sie tatsächlich eintreten, wird das Grübeln es nicht verhindern.
Mach dir bewusst, dass du wahrscheinlich ängstlich, traurig, verzweifelt wärst, wenn sie tatsächlich geschehen würden, dass es jetzt aber nur deine Vorstellung ist, die dich umtreibt.

Du unterstützt dein Grundvertrauen, indem du dir wiederholte Affirmationen zusagst:

  • „Was auch immer geschehen mag, ich kümmere mich darum, wenn es so weit ist.“
  • „Was auch immer geschehen mag, ich werde damit fertig.“
  • „Was auch immer geschehen mag, ich werde Hilfe finden.“

Das heißt nicht, dass es nicht so schlimm wird oder leicht oder schön – es heißt, dass es dich nicht umbringen wird, und dass du dich nicht damit zu befassen brauchst, solange es nicht eingetreten ist.

Es ist eine ganz triviale Tatsache, aber sie wird häufig aus dem Blick verloren: Das Leben ist wechselhaft, es ist normal, dass es auch mal unbequem und wenig erfreulich ist, und es kann trotzdem insgesamt gelungen und erfreulich sein.
Freunde dich mit dieser Gegebenheit an.

Schließlich gibt es in jedem Beruf und bei jeder Tätigkeit ungeliebte Elemente und schwierige Phasen, die in Kauf zu nehmen sind.
Es ist normal, auch mal Angst zu haben, deprimiert zu sein, zu versagen, nicht bei allen anzukommen, zu zweifeln.

Seine eigenen Denkmuster zu verändern braucht Wiederholung und Einüben, schließlich sind diese Muster ja auch durch ständiges Wiederholen entstanden, auch wenn das oft unbewusst geschehen ist.

Sei nachsichtig und geduldig mit dir, wenn du dich auf den Weg machst. An das Aufregen und Sorgen machen hast du dich vielleicht schon gewöhnt und denkst, dass du nichts daran ändern kannst. Aber du kannst dir neue Gewohnheiten schaffen, die dir mehr Gelassenheit, Vertrauen und innere Ruhe bringen.

Also: hab Geduld, wenn du mehr Akzeptanz trainieren willst.
Durch beharrliche Wiederholung übst du neue Muster ein, die dann selbstverständlich werden.

Deinem Akzeptanzvermögen kannst du einen Schub geben, wenn du deine Reaktion änderst,
1. in Situationen, in denen du ungeduldig und ärgerlich reagierst und
2. in Situationen, in denen du dir Sorgen machst oder grübelst über Eventualitäten.

 

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Optimismus haben – schön und gut, aber wie macht man das denn nun? Wenn du im normalen Alltag deinen Optimismus immer wieder aufbaust und pflegst, dann kriegst du das auch viel leichter hin, wenn es mal nicht so gut läuft oder sogar hart auf hart kommt. Dazu gebe ich dir heute zwei Impulse.

In meinem Beitrag „Optimisten oder Pessimisten – Wer hat Recht“ habe ich erklärt, was den Optimismus resilienter Menschen ausmacht: Nämlich, dass es nicht darum geht, immer gut drauf zu sein und Schwierigkeiten zu überspielen oder zu leugnen. Sondern dass dieser Optimismus eine Frage unserer Perspektive und unseres Denkens ist, unabhängig davon, was du erlebst oder was im Außen passiert. Also auch dann, wenn es gerade schwer ist, nervig oder ungerecht.

 

Warum ist es so wichtig, aktiv unseren Optimismus zu pflegen?  

Weil wir ihn brauchen, um etwas anzufangen, um unsere Lage zu verändern, um gesund zu werden oder uns ein Ziel zu setzen. Ohne wenigstens ein Quäntchen Optimismus kriegen wir das alles nicht hin.

Es gibt zwei ganz einfache und naheliegende Dinge, wenn du deinen Optimismus bewahren oder (wieder) verstärken möchtest. Dafür brauchst du nicht mal was zu tun, sondern nur etwas zu lassen.

 

1. Unterlasse alles, was dich trübsinnig stimmt und dir Lebensfreude nimmt.

Achte mal darauf, was das für dich ist. Das können Tätigkeiten sein, Dinge, die du machst, Sachen, die du liest, die du dir anschaust oder anhörst – Dinge, die dich nicht weiterbringen, sondern nur runterziehen. Überleg mal, was du dir im Alltag so alles reinziehst, was in diese Kategorie gehört!

Es ist erstaunlich: Die meisten Menschen sind mit ihrer Ernährung viel kritischer und wählerischer als mit dem, was sie ihrem Geist zumuten. Ihnen ist klar, dass es fatale Auswirkungen auf ihren Körper hat, wenn sie ständig Junk Food zu sich nehmen.

Aber ist dir bewusst, dass es für unseren Geist genauso funktioniert? Wenn du dein Gehirn ständig mit schlechten Nachrichten, Horror-Szenarien und düsteren Geschichten fütterst, wird es dir kaum zuversichtliche Gedanken und aufbauende Ideen präsentieren können.

Also: Lass das geistige Junk Food weg oder halte wenigstens die Dosis klein.

 

2. Meide Menschen, die schlechte Stimmung verbreiten.

Es gibt einfach Menschen, die anscheinend den Pessimismus gepachtet haben. Sie nörgeln an allem herum, haben an jedem etwas auszusetzen und sehen in allen Verbesserungsvorschlägen zuerst und vor allem die Nachteile.

Das Blöde ist, dass sie sehr ansteckend sein können. Es ist nämlich viel leichter jemanden herunterzuziehen als aufzubauen. Und es geht auch meist viel schneller.

Wenn du also mehr Optimismus brauchst und auf solche Menschen triffst, oder sie gar ständig in der Nähe hast – mach dich vom Acker!

Nun geht das ja manchmal nicht so einfach, tatsächlich zu verschwinden. Wenn es zum Beispiel deine Chefin ist oder dein Schwager, die dir mit ihrer Haltung deinen Optimismus rauben, dann gehe im Geist. Grenz‘ dich innerlich ab. Lass die negative Haltung bei denen, die sie mitgebracht haben.

Mir hilft es, wenn ich mir vorstelle, es hinge ein dünner Stoff zwischen uns, der die negativen Botschaften einfach nicht durchlässt – so was Ähnliches wie ein Traumfänger.

Überlege dir, welche Vorstellung für dich funktioniert, um dich abzugrenzen, wenn du nicht weggehen kannst.

Also: Lass dich nicht anstecken von Nörgelei und schlechter Laune. Du nimmst ja auch nicht jedes  Erkältungsvirus mit, das da draußen herumschwirrt.

 

Wenn du mehr Optimismus willst, wenn du ihn aufbauen und stärken willst:

1. Geistiges Junk Food weglassen und

2. Miesepetern aus dem Weg gehen.

Das sind nur 2 von vielen Möglichkeiten optimistisch zu werden oder zu bleiben. Mehr dazu findest auf meiner Homepage, in meinen Büchern und in meinen Angeboten. Oder schau dir das 21 Tage-Training für mehr innere Stärke an.

Auf meinem YouTube-Kanal „Resilienz wirkt Wunder“ findest du Videos zum Thema.

Ich freue mich, wenn du diesen Beitrag teilst und wenn ich eine Rückmeldung von dir bekomme.

Im ersten Teil ging es darum, dass Menschen Resilienz aktivieren, wenn sie durch schwere Krisen hindurchgehen und vor existentielle Schwierigkeiten gestellt sind. Dann funktionieren nämlich ihre gewohnten Strategien, mit Herausforderungen umzugehen, nicht mehr. Sie sind also gezwungen, anders zu denken und zu handeln als üblich. Es bleibt ihnen oft gar nichts anders übrig als ihr Schicksal in die Hand zu nehmen und neue Lösungen zu finden.

 

Genauso lernt man Resilienz auch in ruhigeren Zeiten.

Es muss nicht drunter und drüber gehen, damit wir unsere Möglichkeiten ausloten, unsere Persönlichkeit weiterentwickeln, neue Chancen ergreifen. Wer ohne äußere oder innere Not daran arbeitet seine innere Stärke auf- und auszubauen, hat den großen Vorteil, es im eigenen Ausmaß und Tempo tun zu können. Auf diese Weise schaffen wir uns ein Polster, einen Vorrat, von dem wir zehren können, wenn wir es besonders nötig brauchen.

 

Mit welchen konkreten Schritten kannst du also deine Resilienz wecken oder steigern?

 

1. Steige freiwillig aus bequemen Gewohnheiten aus.

Die Dinge immer auf die gleiche Art und Weise zu machen kann einen starken Sog entwickeln, denn es scheint einfach, bequem und Energie sparend. Immer wieder mal etwas wenigstens ein bisschen anders zu machen übt und erhält die Fähigkeit im Ernstfall flexibel reagieren zu können. Halten wir zu lange an Ritualen und Gewohnheiten fest, haben sie den unerwünschten Nebeneffekt, dass wir sie für unumgänglich halten und uns gar nichts anderes mehr vorstellen können. Und das gilt sogar, wenn sie ihren ursprünglichen Zweck gar nicht mehr erfüllen. Eine Seminarteilnehmerin erzählte, dass sie immer noch an Silvester ihre Schwester mit deren ganzer Familie zu einem aufwändigen Menu einlud. Sie hatte das jahrelang als Geburtstagsgeschenk für ihre Mutter getan, die seit Jahren verstorben war. Inzwischen empfand sie die ganze Veranstaltung nur noch als Belastung, hatte aber nicht den Dreh gefunden, es zu ändern.

 

2. Erhalte und steigere deine Vorstellungskraft.

Um sich aus gewohnten Gleisen zu lösen, braucht es die Vorstellung davon, wie es denn anders sein oder funktionieren könnte. Aktiviere also deine Phantasie. Denke dir Geschichten aus, finde mindestens 5 verschiedene Möglichkeiten das gleiche Gericht zuzubereiten, eine Aufgabe zu erledigen, zu einem Treffpunkt zu kommen. Gib dich nicht zufrieden, bis du tatsächlich 5 erreicht oder überschritten hast.

 

3. Mache Erfahrungen.

Ausdenken und Planen bleiben ein rein gedankliches Produkt, so lange du es nicht wirklich ausprobierst und erlebst. Du kannst dich noch so ausgiebig über Schwimmen informieren und Pläne schmieden, was du dafür brauchst, irgendwann wirst du ins Wasser müssen um mit allen Sinnen zu erfahren, wie es ist. Und wenn du tatsächlich schwimmen lernen willst, heißt es mit Ausdauer üben. Der Vorteil, wenn du es ohne Not lernst: Du musst nicht gleich ins Tiefe gehen.

 

4. Finde Gleichgesinnte.

Das heißt nicht, dass du dich vor allem mit Menschen umgibst, die genauso denken und handeln wie du selbst. Ganz im Gegenteil, wenn du dich intensiver mit Personen befasst, die ein bisschen anders sind, förderst du deine geistige Beweglichkeit und dein Vorstellungsvermögen wie von selbst. Aber sei aufmerksam dafür, wer dir Respekt und Wertschätzung entgegenbringt, wer dich inspiriert und wer dich darin unterstützt innere Stärke zu entwickeln. Tu das Gleiche für diese Menschen und ihr werdet euch gegenseitig beflügeln.

 

Mit Wissen, Nachdenken und Bewusstmachen schaffst du gute Voraussetzungen dafür deine Resilienz auf- und auszubauen. Spürbare Veränderungen merkst du aber vor allem durch das, was du im Alltag TUST. Probiere es aus und freue dich sich am Zuwachs deiner inneren Stärke.

 

Wenn du deine Resilienz im Alltag gezielt steigern willst, dann schau dir mein 21-Tage-Programm dazu an:

Du bekommst täglich einen Impuls, was du an diesem Tag für deine innere Stärke tun kannst. Diese Übungen sind leicht in den Alltag einzubauen ohne dass du dafür extra Zeit reservieren müsstest. Und bis zum 31. Mai gibt es die Varianten BASIC und INTENSIV noch zum Einführungspreis.

Hier gibt es alle Informationen dazu.