Gute Lösungen finden ist eine kreative Leistung. Das habe ich im letzten Blogbeitrag zur Lösungsorientierung als dritter Wunder-Zutat für Resilienz gesagt.
Und wie jeder kreative Prozess braucht sie unterschiedliche Phasen, um zu einem wirklich guten Ergebnis zu kommen.

Drei Schritte auf diesem Weg zeige ich dir hier.

Um Schwierigkeiten zu begegnen, die wir so oder ähnlich schon erlebt haben, greifen wir gerne auf unsere „Patentrezepte“ zurück.
Wir wiederholen das, was sich für uns bewährt hat.

Die meisten dieser Patentrezepte sind irgendwann einmal als gute Lösungen für seinerzeit neue Herausforderungen entstanden.

Wenn du aber aktuell vor neuen Anforderungen stehst, neue Erfahrungen machen willst, oder wenn du andere Ergebnisse haben willst als bisher, dann hast du noch keine Patentrezepte dafür.
Und dann sind Phantasie, Einfallsreichtum und der Mut zu neuen Ideen gefragt.
Etwas anderes muss her. Das ist gleichzeitig auch die Chance, die in solchen Situationen liegt.
Es bewegt sich wirklich etwas.

Hier sind 3 Schritte, damit du diese Chance bestmöglich nutzt:

1. Fall nicht auf die erstbeste Idee herein.

Das erstbeste ist in der Regel das, was du immer schon gemacht hast.
Aber das funktioniert ja nicht mehr, oder du bist nicht mehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Oder es ist das, was alle andere machen.
Oder was gut gemeinte Ratschläge sind.

Es ist meistens das, was uns am wenigsten Angst macht, was am einfachsten erscheint, was der Kopf „vernünftig“ findet, auch Bauch und Herz „Nein“ sagen.
Und das ändert nicht wirklich etwas. Es ist eben nicht (er)lösend.

Werde besonders hellhörig bei dem Rat oder Gedanken „Da gibt es doch nur eines!“
Nur wenn du eine Auswahl hast, hast du eine Wahl.
Denk also über den erstbesten Einfall hinaus und sammle erst mal möglichst viele Alternativen, ohne sie gleich zu bewerten.
Also auch unvernünftige, abwegige, verrückte.

2.Gib deiner Lösung eine Probezeit.

Kombiniere dann aus der Vielzahl der Möglichkeiten, die du gefunden hast, eine Vorgehensweise, die anders ist als das, was du bisher getan hast.
Denn nur dann wird sich wirklich etwas verändern.
Schau, was für dich am besten passt. Gute innovative Lösungen sind immer individuell auf den zugeschnitten, der das Problem hat.

Wenn du dich für eine Möglichkeit entschieden hast, bleib‘ eine Zeit lang dran.
Gib ihr eine Chance, bevor du wieder aufgibst oder zu einem anderen Vorgehen wechselst.

Etwas wirklich Neues zu machen, fühlt sich nämlich oft erst mal komisch an. Es ist eben ungewohnt.

Wenn du üblicherweise alle Erwartungen anderer erfüllst, brauchst du ein bisschen Übung darin, auch mal nein zu sagen.
Wenn du gewohnt bist, dir Freizeit nur erlauben, wenn alle Arbeit erledigt ist (also so gut wie nie), weißt du vielleicht erst mal gar nichts mit dir anzufangen, wenn nichts zu tun ist.
Wenn es neu für dich ist, im Team offen deine Meinung zu sagen, hast du die ersten Male wahrscheinlich Herzklopfen oder feuchte Hände.

Probiere aus, passe an, in der Regel braucht es etliche Wiederholungen, bis du wirklich etwas über die Erfahrung und das Ergebnis sagen kannst.

3. Vertraue deiner eigenen Einschätzung.

Wenn du gut damit fährst, bleib‘ dabei, egal was andere sagen oder tun.
Lass dich nicht verunsichern durch Leute, die dir einreden, dass es eigentlich nicht optimal ist, was du tust.
Vertrau auf deine persönliche Erfahrung damit und auf dein Gefühl.

Für neue oder ungewöhnliche Lösungsansätze gibt es in der Regel erst einmal keinen Beifall.
Es braucht innere Unabhängigkeit und Mut, um seine individuellen Lösungen zu finden und zu verwirklichen.
Ideen-Pioniere brauchen in aller Regel Stehvermögen. Deshalb ist es gut, sich nach Unterstützern umzusehen.

Entscheidend ist am Ende, was für dich wirklich funktioniert.
Dass sich ein Knoten löst.
Dass du auf deinen Fähigkeiten aufbauen kannst und deine Bedürfnisse berücksichtigst.

Ein Kernsatz der Lösungsorientierung lautet:
„Nur wer das Problem hat, kennt auch die Lösung.“
Genauer gesagt: Nur derjenige, den das Problem betrifft, entscheidet, welche Veränderung für ihn eine (Er-)Lösung ist.

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